Entdecke die Welt mit den Augen eines Kindes

Der Mensch wird neugierig geboren; von Beruf „Lerner“ durchlaufen sie eine Kindheit, wo sie mit vielen Hürden fertig werden müssen. Viele Kinder würden als Erwachsene im Rollstuhl unterwegs sein, wenn sie mit Hindernissen umgehen würden, wir wir das oft im Erwachsenenalter tun. Kinder probieren Sachen immer und immer wieder – bis sie es können. Auch wenn sie sieben Mal fallen, sie stehen acht Mal auf! Wenn wir auf ein Hindernis stossen, so geben wir oft auf und suchen den Weg des geringsten Widerstandes. Wir beschäftigen uns mit etwas anderem und versuchen zu vergessen. Kinder sind wie Schwämme, sie saugen alles auf und versuchen eigene Strategien und Taktiken zu entwickeln, um Probleme lösen zu können.

Im Erwachsenen-Alter haben wir dann die Funktion des Schwamms immer noch: Wir saugen alles auf, was um uns herum läuft. Evolutionär waren Informationen sehr wichtig, um überleben zu können. Wir mussten beispielsweise wissen, wenn ein Mitmensch einen einen roten Pilz mit weissen Punkten gegessen hatte, und wie es ihm dann (er)ging, um selber daraus zu lernen, solche Pilze zu meiden. Die Evolution hat uns für unsere heutige Welt ein Werkzeug mitgegeben, das wir im Erwachsenenalter gezielt einsetzen müssen. Früher was der „Inflow“ der Informationen und Medien begrenzt – Informationen und Aufnahme-/Lernkapazität hielten sich die Waage. Heute komme ich mir so vor, wie wenn ich mit einem Schwamm unter den Niagara-Fällen stehe und erwarte, etwas sinnvolles aufsaugen zu können. „Medienkompetenz“ heisst das Stichwort.

Kinder können etwas aufschnappen, sich darin vertiefen und damit spielen. „Jetzt werd mal erwachsen!“ – hören wir heute. Wenn wir etwas spielen, gilt es als ineffizient und kindisch. Wir schlagen uns mit seelenlosen „Task-Listen“, „To-do-Listen“ und „Meilensteinen“ herum. Wenn es darum geht, etwas verstehen und begreifen zu wollen, dann reicht die Zeit nicht dafür. Die Welt mit den Augen eines Kindes zu entdecken kann zwar mühsam für die Umwelt sein, jedoch lohnt es sich trotzem. Als ich die schöne Omega meines Vaters auseinander genommen hatte, um das Uhrwerk zu begreifen und zu untersuchen, hatte ich nach ein paar Stunden einen Haufen von Schrauben und Teilen und ein leeres Gehäuse vor mir. Das Gesicht meines Vaters hätten Sie sehen müssen…! Und dennoch kann ich behaupten, dass ich einmal eine „Unruhe“ in der Hand hatte – und dass ein Uhrwerk verflixt kompliziert ist. Es zu Beherrschen ist eine Meisterschaft und verdient meinen Respekt!

Die Welt mit den Augen eines Kindes zu sehen heisst, vorbehaltlos neugierig und unvoreingenommen an etwas oder jemanden heranzutreten. Kinder kennen keinen Rassismus – der muss zuerst erlernt werden. Auch Hass gibt es nicht (ausser den Hass gegen Spinat oder Salat). Warum nur mutieren wir mit der Zeit zu übersättigten wandelnden Untoten? Warum bleiben wir nicht die Kinder, die wir waren?

Ich denke der Grund ist, dass wir genau eben den „Niagara-Effekt“ haben. So viel Inputs, so viele mögliche Tätigkeiten, Reiseziele, Partnerinnen, Arbeitsstellen… Wir werden frustriert. 2/3 der Menschen setzen sich das Ziel abzunehmen. Am Schluss bleibt von uns ein Sarg mit Inhalt oder 4kg Asche übrig. Kann das ein sinnvolles Ziel sein? Ich lese von Nahrungsersatz – interessanter Ansatz! Warum wollen wir die Nahrung ersetzen? Gibt es etwas besseres, als frisch gekochtes Essen – das sich 160’000 Jahre bewährt hat? Könnte es nicht am Schluss Werbung, Propaganda und Manipulation sein, um das Portemonnaie zu öffnen?

Wenn wir einen Charakter haben und kindlich und etwas naiv an etwas herantreten wollen, gibt es einen interessanten Weg: Wir sollten kritisch und neugierig bleiben, die Welt entdecken, glücklich sein hinterfragen. Wir sollten versuchen zu verstehen, zu begreifen und in die Tiefe zu gehen. Und doch nicht alles ernst zu nehmen, sondern versuchen das Wissen zu vernetzen. Die Realtität ist immer die gleiche – wir können selber entscheiden, wie wir damit umgehen!

Der Mensch ist eine Lernmaschine – wenn wir nur noch leblose, repetitive Tätigkeiten machen, dann verkümmern wir und spüren eine Leere in uns. Frustration. Dann lohnt es sich wieder, sich zu erinnern, wie es war, als wir die Welt mit unseren Kinderaugen sahen!

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