Action – die Welt der Probleme

Wenn man auf die Welt kommt, dann startet man mit Problemen. Man braucht eine ganze Kindheit jemanden, der einem hilft, weil man selbst nicht überlebensfähig ist. Wird man dann älter, dann kommen viele Probleme hinzu, Liebeskummer, Berufswahl, und mit einem Schlag, viel später im Leben, enden dann alle Probleme. Dann nämlich, wenn man stirbt.

Im Umkehrschluss – und diese Optik schätze ich mehr – bedeutet es, dass „Probleme haben“ mit „Leben“ gleichzusetzen ist. Will man sich allen Problemen entledigen, dann gibt es auch eine Abkürzung – doch diese möchte ich niemandem empfehlen.

Vielmehr empfehle ich die Probleme in einem etwas positiverem Licht zu sehen. Wenn wir ein Problem lösen können, dann haben wir etwas gelernt. Probleme lösen ist also eine spannende Sache – denn die Forschung besteht beispielsweise nur aus Problemen. Und kluge Menschen mit Erfahrung und einem scharfen Verstand können die Probleme lösen und so die ganze Menschheit weiterbringen.

Menschen haben einen inneren Antrieb, Probleme zu lösen. Und die Lösung eines Problems macht die Menschen glücklich. Das wiederum bedeutet, dass zu wenige Probleme die Menschen unglücklich machen, da sie träge werden und die Motivation und die Ziele verlieren.

Jeder Mensch hat eine andere Problemlösungs-Strategie. Darum erscheint es mir besonders wichtig, dass wir Menschen möglichst viel Zeit mit anderen Menschen verbringen, um von ihnen zu lernen. Kinder brauchen verschiedene Bezugspersonen, wo sie lernen und kopieren können. Kinder brauchen auch einen männlichen Mentor – die Welt der Kinder ist nämlich von Frauen geprägt. Kleinkindererzieherin, Mutter, Kindergärtnerin, Lehrerin und so weiter.

Wenn wir offen durch die Welt gehen wollen, dann ist es wichtig zu sehen, dass wir nur eine Optik haben und nur eine Grundstrategie haben, wie wir Probleme lösen. Viele Menschen haben ein egozentrisches Weltbild, was natürlich die ganze Problemlösung stark vereinfacht: Ich bin nie Schuld, wenn die anderen einfach so wären, wie ich sie haben möchte. Im Austausch mit anderen Menschen ist ein wahres Interesse nötig, um ihren Standpunkt zu verstehen und von ihnen zu lernen. Es ist unmöglich zu lernen, wenn wir das Gefühl haben, dass die anderen alles falsch machen.

Wenn jemand vor einem Problem steht, dann gibt es zwei Möglichkeiten, wie wir das tun können. Entweder wir tun das wie bei einem Säugling: Er schreit und wir geben ihm zu essen. Oder wir tun es, indem wir doch ein wenig Widerstand lassen, um dem anderen nachhaltig zu helfen. Wenn ich den Kindern bei der Mathematik helfe, dann habe ich genau diese zwei Möglichkeiten: Wenn ich das Lösungsheft kaufe und die Resultate daraus abschreibe, dann sind die Probleme sehr schnell gelöst. Jedoch nicht nachhaltig. Wenn ich dem Kind helfe und einen Lösungsweg erarbeite, dann lernt das Kind nachhaltig. Vielleicht kann ich dem Kind sogar helfen, einen eigenen Lösungsweg zu erarbeiten, das ihm besser liegt.

Die erste Form der Unterstützung – das „schenken“ der Lösung, hat einen Nachteil: Es macht abhängig. Genau so wie der Schüler ohne Ahnung vom Lösungsheft und von mir abhängig wird, kommt er in eine Blockade und das Selbstwertgefühl fällt. Somit scheint es mir viel nachhaltiger, den „Widerstand“ einzubauen und so damit zu werben, das Problem selber zu lösen. Das löst auch das Problem der Abhängigkeit, schafft Erfolgserlebnisse und hilft dem anderen, seine Fähigkeiten weiter auszubauen.

Wechselt man etwas die Optik, so können wir auch auf einer anderen Ebene Probleme lösen. Denn wenn man einen Pinguin an Land betrachtet, dann stellt man fest, wie arm dieser Kerl wohl ist. Der Hals ist kurz, die Beweglichkeit ähnelt einem Klavier und dann hat der liebe Gott auch noch die Knie vergessen. Wenn er dann ins Wasser springt, dann sieht man einen hervorragenden Schwimmer und Jäger, perfekt ans Element angepasst.

Wenn wir diesen Pinguin also in die Sahara setzen, dann wird er nur noch Probleme haben: Zu heiss, zu trocken, kein Fisch… doch ist es sein Problem, wenn es nicht klappt? Nein. Wichtig ist, dass wir Menschen uns auf einer Ebene bewegen, wo wir erfolgreich Probleme lösen können. Wenn wir also herausgefunden haben, was uns wirklich interessiert, und wo wir wirklich gut sind, dann sollten wir auf dieser Ebene Probleme lösen. Wenn wir also unseren Pinguin aus der Sahara zum Psychologen schicken würden, dann würde der Psychologe auch nicht helfen, dass der Pinguin einen längeren Hals und kräftigere Beine erhält. Vielmehr würde er ihn fragen: Wer bist Du, was kannst Du, was macht Dir Spass?

So muss der Fussballspieler nicht die gleichen Fähigkeiten wie ein Banquier haben, ein Pfarrer hat andere Skills als ein Notarzt, und ein Förster ist mit einem Bibliothekar auch nicht im selben Boot.

Wenn wir uns also auf einer Ebene bewegen, wo wir Probleme erfolgreich lösen können, werden wir erfolgreicher und glücklicher. Wenn wir aktzeptieren, dass wir nicht alle gleich sind und voneinander lernen können, dann gibt es keine Trennung mehr, unter den Menschen, sondern man versucht zu verbinden, um erfolgreich zu sein.

Wenn wir die Menschen und Kinder so nehmen wie sie sind, uns auf sie einlassen, dann haben wir ein entspannteres Leben und können viele neue Lichtblicke haben. Wenn wir Probleme als lebensnotwendig anerkennen, wie Essen und Schlafen, dann sind wir entspannter.

Es liegt an uns, ob wir Sklave oder freie Menschen sein möchten!

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