Über die Flexibilität der Gefühle

Wir leben in einer Welt, in der nur die guten Gefühle etwas zählen. So sagt man immer: Schau es von der schönen Seite an, es hat sicher eine gute Facette. Wir wissen, dass eine Depression eine gute Sache ist und hangeln uns von einen positiven Gefühl zum nächsten. Bei den schlechten Gefühlen blockieren wir, denn warum sind sie da, wenn man sie doch nicht haben will? Woher kommen sie und was bitte soll ich damit tun?

Viele Menschen unterdrücken, negieren oder verdrängen ungute und negative Gefühle. Vielleicht weil sie Schmerz erzeugen, vielleicht aber auch weil es Kraft brauchen würde, die Probleme zu lösen. Und so schieben wir sie vielleicht vor uns her, bis sie in einer Form explodieren: sei es als psychische oder als körperliche Erkrankung psychosomatischer Art.

Keine schlechten Gefühle haben wollen, überall akzeptiert sein und alles richtig machen wollen sind die Ziele der Toten. Lebende Menschen können sich diese Ziele nicht setzen, da sie unrealistisch und schädlich sind.

Wenn wir also das nächste Mal in unserem Leben ein schwieriges Gefühl in uns spüren, so müssen wir es annehmen. Wir sagen nicht „ich bin traurig“ sondern „ich fühle Traurigkeit“. So separieren wir uns vom Gefühl und lernen es anzunehmen. Dann gilt es, in den Schmerz hineinzuarbeiten und ihn zu überwinden – ihn zu verdrängen macht ihn nur grösser!

Unterschiedliche Gefühle sind der Preis des Lebenswegs, den wir gehen. Gefühle sind eben unterschiedlich und die schlechten Gefühle sind vielleicht die, die uns helfen, wieder auf einen guten Weg zu kommen. Nehmen wir alle Gefühle als Chance, zu einem reifen Menschen zu werden!

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