Du hast das Glück in Deiner Hand – Handbuch der Bewertung

Handbuch der Bewertung

Dies ist der Titel eines Buches, welches in meiner Gilde als Standardwerk gehandhabt wird. Es soll einen helfen zu entscheiden, ob man ein Projekt durchführen soll, ob sich eine Investition lohnt und wie man die Preise sinnvoll berechnen soll. Für Ökonomen ein perfektes und sinnvolles Werk, um damit gute Entscheidungen zu treffen. Doch wie bewertet man immaterielle Güter? Ich meine damit nicht Patente und Goodwill – sondern die Sachen, die rund um uns herum passieren. Hier gibt es auch ein Handbuch, das ich empfehlen kann, nämlich das Buch vom geglücktes Leben von Epiktet. Als einer der wichtigsten Vordenker der Stoa, einer antiken Griechischen Denkschule und Philosophie, hat er sich genau mit dem Thema Bewertungen auseinandergesetzt und ist zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Wie wir bewerten

Wir haben den Hang dazu, Sachen in unserem Leben extrem kurzfristig und kleinräumig zu bewerten und uns dann genau auf das einzustellen und zu reagieren. Was in der Menschheitsgeschichte früher das Überleben sicherte, wird mehr und mehr zum Treiber, der die Menschen ins Unglück führt. Lassen Sie mich ein Beispiel machen. Wenn wir früher in der Savanne plötzlich von einem Löwen überfallen wurden, musste man die ganze Aufmerksamkeit und den Körper auf den Kampf fokussieren um zu überleben. Die gelassenen Menschen sind damals aus dem Genpool verschwunden. Überlebt haben die, die gekämpft haben – und von diesen stammen wir ab.

Über die Stoa

In der Stoa geht man davon aus, dass man in seinem Leben nur Dinge beeinflussen kann, die den eigenen Charakter betreffen. Das sind beispielsweise die eigenen Gefühle und Emotionen, die Bewertung der Dinge, und das eigene Denken. Was wir nicht kontrollieren können, darüber regen wir uns nicht auf, weil wir es nicht ändern können. Nicht einmal eine Krankheit kann uns aus der Ruhe bringen, denn wir können den Körper auf dieser Ebene nicht beeinflussen. Es folgt alles Naturgesetzen, die zu hoch sind, als dass wir Menschen es verstehen könnten.

Wir haben das Glück in unserer Hand

Wenn wir also aufhören, alles permanent um uns herum zu bewerten, dann werden wir glücklicher, denn wir haben das Glück in der Hand! Wenn wir jedem Hund in unserem Leben Steine nachwerfen nur weil er bellt, dann werden wir nie weiterkommen und verbleiben auf einer niedrigen Bewusstseinsebene. Wir brauchen einen inneren Kompass, der uns auf dem richtigen Weg hält. Wir sollten lernen, das Leben als Ganzes zu bewerten und uns um unsere Mitmenschen zu kümmern – donner c‘est reçevoir. Geld hat Flügel, so wie die Gesundheit. Was bleibt ist ein anständiger, vorbildlicher Charakter, an dem wir jeden Tag weiter arbeiten, so wie Michelangelo seine Figuren aus einem Marmorblock geschlagen hat. Genau hier können wir wichtiges lernen: die Figur im Marmorblock war immer vorhanden, man müsste sie nur zum Vorschein bringen! Es geht darum, neue Fähigkeiten dazuzulernen und überflüssiges wegzulassen. So entsteht ein schöner Charakter: Stabil, seelenruhig, warm und menschlich. Wenn wir glücklich sind, so strahlen wir das auf unsere Mitmenschen aus und nehmen sie ein mit. Und machen uns so selber glücklich – und die Welt zu einem schöneren Ort!

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